Gebetshaltungen
So kann man sie sehen – Kirchenbesucher.
Dabei ist die Kirche ein Ort der Stille, der einem Respekt und Achtung vor Gott dem Herrn abverlangt.
Pater Marcus Klemens hat sich Gedanken gemacht.
Wir haben in unserer Tradition eine Fülle von Gebetshaltungen, von denen wir einige nennen und bewusst machen möchten:
Kreuzzeichen
Das Kreuzzeichen, das von der Stirn zur Brust, von einer Schulter zur anderen gemacht wird:
Es symbolisiert, dass der ganze Mensch gemeint ist, mit Leib und Seele, mit Sinn und Gemüt, Kopf und Herz. Wir machen es vor dem Beten, damit es uns sammle. Nach dem Gebet, damit in uns bleibe, was Gott uns geschenkt hat. Beim Segen, damit Gott uns ganz schütze, von Kopf bis Fuß.
Gefaltete Hände
Die gefalteten Hände sind ein Zeichen der Sammlung. Die eine Hand schließt sich fest in die andere ein, die Finger verschränken sich, als solle der innere Strom von einer Hand in die andere zurückgeleitet werden und ins Innere zurückströmen. Ein Sammeln seiner selbst im tiefsten Innern. Meine gefalteten Hände signalisieren auch Hingabe, wenn ich sie gleichsam gebunden in Gottes Hände gebe. Ich falte die Hände, um mich ganz zusammenzufassen für das Gebet und um auch mit dem Körper zum Ausdruck zu bringen, dass ich jetzt ganz konzentriert, ganz da vor Gott bin.
Knien
Das Knien ist ein uraltes Ritual, das man vom byzantinischen Kaiserhof übernommen hat. Vor dem Kaiser durfte man – zum Zeichen des unendlichen Abstandes – nur auf den Knien hintreten. Im Knien macht sich der Mensch klein vor dem großen Gott.
Aber nicht in dem Sinn, dass der Mensch nichts wäre. Nein, vielmehr in dem Bewusstsein, als Gottes Ebenbild geschaffen und geliebt zu sein. Wer kniet, neigt sich in Ehrfurcht vor Gott und betet ihn an. Deshalb kniet man bei der Wandlung, vor der Kommunion oder macht beim Betreten und Verlassen der Kirche eine Kniebeuge vor dem Altar, vor dem Tabernakel mit dem Allerheiligsten. Knien drückt Ehrfurcht vor Gott aus. Die kann sich aber auch noch anders äußern.
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen, vielleicht lesen Sie oder führen ein Gespräch. Da kommt jemand, der Ihnen wichtig ist und spricht Sie an. Sie würden gleich aufstehen, sich aufrichten und Ihrem Gegenüber ins Gesicht sehen.
Stehen
Das Stehen vor Gott ist ein anderer Ausdruck für den gleichen Grundgedanken. Etwas Großes und Wichtiges tritt an uns heran und fordert von uns eine entsprechende Haltung. Als Gottes Ebenbilder dürfen wir aufrecht vor ihn treten, mit erhobenem Haupt, nicht gedrückt oder gebeugt. Wer aufrecht steht, zeigt, dass er wach ist, aufmerk-sam und gespannt – z. B. beim Hören des Evangeliums. Stehen zeigt auch Bereit-schaft. Denn wer steht, kann sofort loslaufen, einen Auftrag ausführen, mit der Arbeit beginnen. Das ist die andere Seite der Ehrfurcht vor Gott. Im Knien war es die anbetende, beim Stehen ist es die wache und aktive.
Gehen
Aus dem Stehen folgt das Gehen, besser das Schreiten. Ich bringe mich in Bewegung, nicht ein hastiges Eilen oder ein sich träges Dahinschleppen. Wenn ich in die Kirche gehe, mich auf den Weg zum Empfang der Kommunion mache, schreite ich Gott entgegen – oder ich begleite ihn, z. B. bei einer Prozession. Aufrechtes Schreiten macht den Menschen zum Menschen – auch in der Evolutionsgeschichte.
Pater Marcus Klemens
Gebet mit einer Schriftstelle nach Ignatius von Loyola
nach Ignatius von Loyola
Mich einfinden
Den Schrifttext wählen, mit dem ich beten will. Mir den Raum schaffen.
Äußere Stille
An einem ruhigen Platz die Körperhaltung einnehmen, die mir jetzt hilft, wach da zu sein.
Innere Stille
Mir bewusst werden, dass ich ungestört Zeit habe für mich – vor Gott / Jesus Christus. Ich brauche nichts zu leisten. Ich darf da-sein mit meinem ganzen Sein, mit Körper, Geist und Seele, mit allem was mich beschäftigt, so wie ich jetzt bin – in Seiner Gegenwart.
Mich in meinem Leib wahrnehmen, den Atem strömen lassen, Störungen (Geräusche, Gedanken) ziehen lassen.
Mich aufmachen
Bitten, dass ich jetzt ganz ausgerichtet sei auf Gott, dass Sein Geist jetzt in mir bete.
Den Schrifttext lesen, mir den „Schauplatz“, die Atmosphäre vergegen-wärtigen. Erbitten, was ich jetzt wünsche / ersehne: vielleicht, dass Er mich ansprechen möge, dass ich Ihm begegnen darf – oder dass ich „nicht taub sei“ für Sein Wort / Seine Einladung, sondern „voll Bereitschaft“ – oder dass ich sehen darf, was Er mir mit dieser Schriftstelle für mein Leben zeigen will.
Verweilen
Den Schrifttext – vielleicht laut – langsam durchgehen:
Entweder Wort für Wort, Satz für Satz „verkosten“; oder mich in das Geschehen hinein begeben, es auf mich wirken lassen, innerlich daran teilnehmen, schauen, hören, sprechen, glauben …
Bei dem bleiben, wo ich angesprochen bin (das kann ein einziges Wort sein), es einsinken lassen, mich betreffen lassen … Wenn mich nichts betrifft: aushalten, warten, hoffen …
Ins Gespräch kommen
Anknüpfen an dem, was ich zu Beginn als Wunsch / Sehnsucht ausgesprochen habe, versuchen, mit Ihm – wie Er hier spricht oder handelt – ins Gespräch zu kommen: danken, fragen, loben, bitten … z.B. um Entschlossenheit, Schritte in die Richtung zu tun, die ich sehe …
Rückschauen
Nach der Gebetszeit sehen, wie es mir ergangen ist, was in mir nachklingt. Vielleicht einiges davon mir auch aufschreiben.
Nach: GCL-Werkmappe, Augsburg 1992
Grundgebete
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein sind das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen
Gebete zu Maria
Maria, die Mutter Gottes, wird in der Katholischen Kirche und vor allem in Bayern, aber auch in anderen Ländern, wie zum Beispiel Polen besonders verehrt - nicht angebetet. Dies drückt sich vor allem in den Monaten Mai (Maiandachten) und im Oktober(Rosenkranz), aber auch an vielen Marienfesttagen (Maria Himmelfahrt) aus. Besonders in der Barockzeit erfuhr die Marienverehrung einen Höhepunkt. Aus dieser Zeit stammen die vielen, noch heute stattfindenden Marienwallfahrten (Altötting, Buggenhofen)
Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade,
der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen,
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.
Heilige Maria, Mutter Gotte, bitte für uns Sünder,
jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Amen
Segne du Maria,
segne mich, dein Kind,
dass ich hier den Frieden, dort den Himmel find.
Segne all mein Denken, segne all mein Tun,
laß in deinem Segen Tag und Nacht mich ruh´n.
Segne du Maria, alle, die mir lieb,
deinen Muttersegen Ihnen täglich gib.
Deine Mutterhände breit auf alle aus,
segne alle Herzen, segne jedes Haus.
segne alle Herzen, segne jedes Haus.
Segne du Maria, unsre letzte Stund.
Süße Trostesworte flüst´re dann dein Mund.
Deine Hand, die linde, drück das Aug uns zu,
bleib in Tod und Leben, unser Segen du.
bleib in Tod und Leben, unser Segen du.
(Text: Cordula Wöhler 1870, Musik: Karl Kindsmüller)
........
Tischgebete
O Gott, von dem wir alles haben,
wir preisen Dich für Deine Gaben.
Zu speisest uns, weil Du uns liebst,
drum segne auch,
was Du uns gibst.
Amen.
Das Rosenkranzgebet
der in uns die Hoffnung stärke,
der in uns die Liebe entzünde
Der freudenreiche Rosenkranz
Jesus...
den du vom heiiigen Geist empfangen hast,
den du zu Elisabeth getragen hast,
den du geboren hast,
den du im Tempel aufgeopfert hast
den du im Tempel gefunden hast
Der schmerzhafte Rosenkranz
Jesus...
der für uns Blut geschwitzt hat,
der für uns gegeißelt worden ist,
der für uns mit Dornen gekrönt worden ist,
der für uns das schwere Kreuz getragen hat,
der für uns gekreuzigt worden ist.
Der glorreiche Rosenkranz
Jesus...
der von den Toten auferstanden ist,
der in den Himmel aufgefahren ist,
der uns den heiligen Geist gesandt hat,
der dich o Jungfrau in den Himmel aufgenomme hat
der dich o Jungfrau im Himmel gekrönet hat.
Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft
Gegrüßet seist du Maria .......
Maria sprach: "Siehe ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach seiner Botschaft"
Gegrüßet seist du Maria .......
Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt
Gegrüßet seist du Maria ......
Für die Armen Seelen im Fegfeuer
Vater unser .....
Gegrüßet seist du Maria.....
O Herr gib ihnen die ewige Ruhe
und das ewige Licht leuchte Ihnen
Herr lass sie ruhen in Frieden
Amen.
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Danke
Mit Herzen, Mund und Händen.
Der große Dinge tut
An uns und allen Enden.
Der uns von Mutterleib
Und Kindes Beinen an
Unzählig viel zu gut
Bis hierher hat getan.
Der ewigreiche Gott
Woll uns in unserm Leben
Ein immer fröhlich Herz
Und edlen Frieden geben
Und uns in seiner Gnad
Erhalten fort und fort
Und uns aus aller Not
Erlösen hier und dort.
Lob, Ehr und Preis sei Gott
Dem Vater und dem Sohne
Und Gott dem Heilgen Geist
Im höchsten Himmelsthrone.
Ihm, dem dreieinen Gott,
Wie es im Anfang war
Und ist und bleiben wird,
So jetzt und immerdar.
Martin Rinckart 1636
Weitere Informationen
Gebete für den Tag
Du hast mir mein Leben gegeben, dass ich es lebe.
Du hast meinem Leben einen Anfang und ein Ende gesetzt.
Den Zeitpunkt meines Anfangs kenne ich, wann wird mein Ende sein?
O Gott, schenke mir die Gnade, jeden Tag dankbar aus Deiner Hand
anzunehmen. Jeden Tag auch verantwortungsvoll zu leben.
Schenke mir die Kraft, wenn mein Leben zu Ende geht, dieses Ende
anzunehmen, wodurch auch immer dies ausgelöst wird. Sei es durch
Krankheit, Unfall, Gewalt oder sonstige Ursachen.
Dann aber, o mein Gott, lass mich in Deine gütigen Hände fallen,
um ewig in Deiner Liebe sein zu dürfen.
Amen.
